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Informationen über Telegraphie - die elegante Betriebsart
Revolutionär des Morse-Alphabetes - Glemens Gerke |
Zum
22. Januar 2001 jährte sich der 200. Geburtstag von Clemens Gerke. Die
meisten Funkamateure haben mit ihm etwas zu tun, ohne es zu wissen:
Clemens Friedrich Gerke ist der Reformator des Morsetelegrafiesystems. Seit
1851 lernen Generationen von Funkern nach seinem Telegrafiealphabet. Gerke
beseitigt die Schwächen von Morses ursprünglichem Code. Insgesamt
elf Buchstaben und neun Ziffern stellte er um oder definierte sie neu. Die
Wiedergabe der Zeichen erfolgte in den Anfangstagen der Drahttelegrafie am
Empfangsort auf Streifenschreiber und wurde erst hinterher von einem kundigen
Telegrafisten in Schreibschrift umgesetzt. Man hatte also ausgiebig Zeit,
sich über die Zeichengebung auf dem Streifen Gedanken zu machen. Die
Höraufnahme und deren unmittelbare Mitschrift erfolgte erst viele Jahre
später.
Das ursprüngliche, von Morse verwandte System hatte teilweise unterschiedlich lange Zeichen, und einige Zeichen setzten sich aus anderen Grundzeichen zusammen. Dies gab Anlass zu Fehlern und war daher nur schwer zu erlernen. Rund die Hälfte von Morses ursprünglichen Zeichen sind erhalten geblieben. Grundlage des Systems nach Gerke ist ein kurzes Zeichen und dreimal so lange „Langzeichen". Jedes Zeichen ist danach ein Unikat. Die Zeichen und Wortabstände wurden auch festgelegt, die Ziffern folgen einem systematischen Aufbau.
Überhaupt hat Gerke einiges getan bei der Einführung des ersten
Morseapparates in Europa. Im Jahr 1847 weilte der Amerikaner Robinson in
Hamburg und führte den elektrischen Morseapparat vor. Gerke war schon
mehrere Jahre Inspektor beim "optischen Telegraphen" Hamburg-Cuxhaven und
erkannte die Vorzüge des elektrischen Systems. Er wechselte zum
„Elektromagnetischen Telegraphen" und wurde dessen Inspektor.
Tatkräftig baute er die Linie Hamburg-Cuxhaven auf, deren Hauptaufgabe
der Schiffsmeldedienst war.
Gerke hatte sich einige Jahre lang bei der britischen Armee verdingt und diente in Kanada. Nach drei Jahren Militärdienst kaufte er sich frei und kehrte nach Hamburg zurück. Aus dieser Zeit stammen auch seine exzellenten Englischkenntnisse. Er übersetzte einige Bücher über Telegrafentechnik ins Deutsche. Um 1850 konnte man von einer Tätigkeit allein nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten. So arbeitete er u. a. ab 1848 beim elektrischen Telegrafen.
Und
er wandelte das von Morse stammende Alphabet in seine heutige Form um. Dieser
reformierte Code wurde in kurzer Zeit von etlichen europäischen
Fernmeldevereinen angenommen und verwendet und später auf einem Kongress
in Paris für internationale Dienste vorgeschrieben. 1888 starb Gerke
in Hamburg.
Der große Fernmeldeturm in Cuxhaven trägt seinen Namen und befindet
sich in der Nähe seiner ehemaligen
Wirkungsstätte.
(Dieser Artikel stammt von OM Jürgen Gerpott,
DL8HCI, der den Text nach Unterlagen von Oberpostrat Bergmann in
"Postgeschichtliche Blätter" zusammen setzte).